Buch der Stunde

Lexikon | Ulrich Rüdenauer | aus FALTER 13/09 vom 25.03.2009

Wer nur Howard Hawks' Verfilmung von Raymond Chandlers "The Big Sleep" kennt, wird sich etwas wundern: Was dort in lakonischer Film-noir-Ästhetik daherkommt, ist in Chandlers Roman aus dem Jahr 1939 sprachlich geradezu opulent instrumentiert. Nachzuhören sind die erzählerischen Volten um den melancholischen Private Eye Philip Marlowe nun gleich doppelt: Zum einen im englischen Original mit Elliott Gould, der 1973 Philip Marlowe in Altmans "Der lange Abschied" spielte und hier in geradezu gelassenem, abgeklärtem Ton die Geschichte um Erpressung, Mord und Tragödien griechischen Ausmaßes vorträgt. Zum anderen in deutscher Übersetzung, gelesen von Christian "De Niro" Brückner.

Allerdings verleiht Brückner schon allein durchs Timbre seiner Stimme dem Text mehr Pathos, als diesem guttut. Und durch die spürbare schauspielerische Gestik hinterm Mikrofon werden die feinziselierte Komposition und der sprachliche Reichtum des Textes fast ein bisschen zu aufdringlich ausgestellt. Wenn Brückner


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