Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst


Klaus Nüchtern
Falter & Meinung | aus FALTER 14/09 vom 01.04.2009

Journalisten sollen über interessante Ereignisse schreiben, aber nicht über ihre eigenen Befindlichkeiten, meinte der Verfasser einer E-Mail an die Redaktion. Jetzt könnte man das in Hinblick auf die verschiedenen Genres (Reportage, Glosse, Kolumne etc.) wohl differenzieren, aber diese Ansicht ist natürlich verständlich, nachvollziehbar, legitim. Ich will daher zumindest für die Fastenzeit die Essgewohnheiten, modischen Vorlieben, Golfhandicaps und sexuellen Eigenheiten der Redaktion links liegen lassen. Weil ich aber dieses Kastl füllen und aus doublettenvermeidungstechnischen Gründen dem Rechtsaußen unter den Kastlfüllern dieser Seite nicht in die Quere kommen darf, möchte ich die Eigenbefindlichkeitsthematisierung nicht vollkommen aufgeben, diese aber so dezent wie möglich gestalten.

Folgender Hinweis sei gestattet: Wir geben uns echt Mühe. Das meiste davon wird ohnedies überreich vergolten, zumindest auf Erden. Manches aber wird, wie wir fürchten, aus jahre- und jahrzehntelang eingeübter Lesegewohnheit ein bisschen übersehen und unterschätzt. Zum Beispiel die Platten- und die Buchseite, die sich beide in der Falter:Woche finden. Da steckt viel Filigranarbeit und Fleiß freier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dahinter, die auf Zuruf und innert kürzester Zeit dicke Wälzer lesen und dutzende CDs hören. Anja Hirsch und Ulrich Rüdenauer etwa betreuen seit geraumer Zeit das Hörbuch und machen das ziemlich dufte.


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