Liebe Leserin, lieber Leser

Noch ein Wort zur Initiative


Armin Thurnher
Falter & Meinung | aus FALTER 14/09 vom 01.04.2009

Vor zwei Wochen hatte ich im Falter dazu aufgerufen, eine Initiative der Chefredakteure zur Rettung der Unabhängigkeit des ORF zu starten. Ähnliche Bestrebungen waren anderswo bereits im Gange: bei Tageszeitungen um die Presse, bei der Plattform "Rettet den ORF!". Die Initiativen kamen zusammen, die Basis wird noch verbreitert werden können.

Sehr erfreulich ist, dass der Initiator des legendären Rundfunkvolksbegehrens, Hugo Portisch, die Liste der Proponenten anführt. Die Namen der Zeitungen stehen für jene der Chefredakteure; die der Proponenten für sie selber: ihre Spannweite von Gerd Bacher bis Franz Schuh zeigt die Dringlichkeit des Anliegens.

Es ist in der Tat dringlich, einen politisch unabhängigen, lebensfähigen ORF zu erhalten, der die Bezeichnung "öffentlich-rechtlich" verdient. Dieser Dringlichkeit wegen müssen sachliche Differenzen (auch über Details im obenstehenden Text) vorläufig beiseite stehen.

Sich an dieser Initiative zu beteiligen heißt weder, die Unabhängigkeit der Berichterstattung aufzugeben, noch heißt es, die Seiten zu wechseln und selbst Politik zu betreiben. Am wenigsten heißt es, Personalpolitik zu betreiben und sich am Spiel "Bringt den ORF-Direktor um" zu beteiligen.

Man wird sich über ein vernünftiges ORF-Gesetz öffentlich und zivilisiert miteinander auseinandersetzen; das Ziel ist klar: Der ORF darf weder dem Zugriff der Parteien ausgeliefert noch vorauseilend kommerzialisiert noch zur Bedeutungslosigkeit zurechtgestutzt werden.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige