Kommentar

Nach dem Casino-Boogie: das nächste Kapitel der Geschichte

G20-Gipfel

Andreas Schieder | Falter & Meinung | aus FALTER 14/09 vom 01.04.2009

Anfang der 90er. Der Politikwissenschaftler Fukuyama spricht vom "Ende der Geschichte", weil sich Marktwirtschaft und Demokratie weltweit durchsetzen werden. Heute stehen wir vor dem Ende dieses Märchens, das von selbstregulierenden Märkten, vom Bedeutungsverfall der Politik und vom Tod der solidarischen Gesellschaft erzählte. Einem System, das Gewinne in virtuellen Finanzspekulationen sah, während jene, die mit ihrer Hände Arbeit ihr Leben bestreiten mussten, zurückblieben.

Der, "Casino Boogie" ist ausgetanzt. Die Finanzmärkte haben sich nicht selbst reguliert, sondern vernichtet. Die Zeche für das Abzocken einiger müssen jetzt alle zahlen. Das System ist klinisch tot. Mit diesem Befund müssen sich die G20 auseinandersetzen. Ihre Aufgabe muss es sein - zusätzlich zu allen richtigen Überlegungen, wie ein neuer Kollaps verhinderbar ist - zu zeigen, dass es noch lebensfähige Organe gibt. Der Ökonom und Nobelpreisträger Joseph Stiglitz hat Recht, wenn er für den vollkommen unterregulierten

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