Ernst Strasser nach Europa. Die Volkspartei kopiert den EU-Skeptizismus des Werner Faymann

Politik | aus FALTER 14/09 vom 01.04.2009

Analyse: Florian Klenk

Er gehe in die Privatwirtschaft, versprach Ernst Strasser vor fünf Jahren und packte die Versatzstücke, mit denen er sich als moderner, aber eisenharter Innenminister inszenierte, in einen Karton: das Glastischchen, den Leihlaptop, mit dem er all seine Freunderlwirtschaftsmails verfasste und seine demonstrativ aufgestellte Clausewitz-Schrift Vom Kriege.

Der Bauernsohn, zu Beginn seiner Karriere noch als "Anti-Haider" (Die Zeit) gehandelt, hatte sein Amt nach niederösterreichischer Facon verwaltet. Er setzte Parteifreunde an Schlüsselpositionen, brüllte Kritiker im Ministerium nieder, verunglimpfte Asylanwälte und stellte sich demonstrativ hinter Polizisten, die - etwa im Fall des während einer Amtshandlung erstickten Cheibani Wague - später strafrechtlich verurteilt wurden. Immerhin vollstreckte Strasser auch Reformen, etwa die Fusion von Polizei und Gendarmerie.

Irgendwann war Strasser aber selbst dem damaligen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel zu viel. Strassers


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