"Israels Gesellschaft will keine Opfer mehr bringen"

Politik | aus FALTER 14/09 vom 01.04.2009

Der renommierte israelische Soziologe Natan Sznaider über Israels neue Regierung und die Kriegsverbrechen in Gaza

Interview: Isolde Charim

Der von Deutschland nach Israel emigrierte Natan Sznaider lehrt am Academic College in Tel Aviv.

Falter: In Ihrem neuesten Buch "Gedächtnisraum Europa" ist Europa heute kein guter Ort für jüdisches Leben.

Natan Sznaider: Das ganze EU-Projekt ist ein Projekt der Versöhnung, das alle zu Opfern macht. Damit schließt man das Besondere der jüdischen Erfahrung aus. Das heißt dann auch für Juden, dass sie sich nationalstaatlich verstehen müssen. Als "deutsche Juden", "österreichische Juden", deren Solidarität immer zwischen Israel und ihrem jeweiligen Ort pendelt. Europa ist heute kein Ort mehr für jüdischen Kosmopolitismus, das ist eine aus der Vormoderne stammende transnationale Kultur, die Verwurzeltheit und Universalismus vereint.

Wie sähe denn ein Europa aus, das die jüdische Erfahrung nicht ausschließen würde?

Sznaider: Es sollte dieser transnationalen

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