Nachgesehen

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Nina Horaczek | aus FALTER 14/09 vom 01.04.2009

Am Tag, nachdem der erste Muslim zu Grabe getragen wurde

Die rituellen Waschungen hat Ibrahim Ali selbst durchgeführt. Es war ein ehemaliger Angestellter der Uno-City mit französischem Reisepass, der vergangenen Freitag als erster Muslim am islamischen Friedhof in Wien-Liesing die letzte Ruhe fand. Nach dem Freitagsgebet, begleitet von etwa 350 Trauergästen, wurde der Sarg zu seiner Grabstätte gebracht. Ein islamisches Begräbnis sollte ohne Sarg stattfinden, der Leichnam wird in Tücher gewickelt, erzählt Ibrahim Ali, Leiter des islamischen Friedhofs. Das österreichische Gesetz schreibe aber einen Sarg vor, also werde dieser auch verwendet. Insgesamt bietet der im Oktober 2008 eröffnete Friedhof, auf den Unbekannte noch vor der Eröffnung einen Anschlag verübt hatten, Platz für 4000 Gräber. Abgesehen von der Sargfrage unterscheide sich ein islamisches Begräbnis kaum von einem christlichen, erklärt der Friedhofschef. Die Gräber blicken allerdings nur in eine Richtung. Nach Mekka.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige