Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 14/09 vom 01.04.2009

Wenn "Lola rennt" die "West Side Story" trifft und das Ganze sich als "Nordrand" aufspielt, dann hat der ORF eine neue Idee zum Thema Ausländer gehabt: In "Tschuschen: Power" wollte man schnelle Bilder, wilde Kids und soziale Spannungen miteinander verbinden (diese Woche täglich, 17.20 Uhr, ORF 1). Und zwar so, dass Zuwanderer im Fernsehen einmal nicht als Problem, als Opfer oder Täter vorkommen. Leider ist dabei nur ein gutgemeintes Format über junge Migranten in Wien herausgekommen, das verkrampft versucht, unverkrampft zu sein. Die Jungs der Clique sind ein bisschen rotzig und gute Tänzer, die Mädels sind ein wenig frech und verschicken ständig SMS. Ein Klischee jagt das andere, ein Reißschwenk (flotte Kameraführung!) folgt auf den anderen. Die Teenager dürfen voll oft schimpfen, "Scheiße" ist ihr Lieblingswort, "Ärsche" ist auch schön, und ein Mädel darf "Wos is?" zur ängstlichen Oma in der U-Bahn sagen. Die Multikulti-Kids schimpfen genauso wie die Floridsdorfer Prolokinder - soll das die Botschaft sein?


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