Zeigst du mir deins, zeig ich dir meins

Feuilleton | aus FALTER 14/09 vom 01.04.2009

Mit Callboysvögeln und Schaufensterlecken bringt Marlene Haring Humor in die Körperkunst

Porträt: Nicole Scheyerer

Westbahnhof Wien, 1969: Arnulf Rainer frequentiert nachts den Passbildautomaten, um darin Grimassen zu schneiden. "Ein gewisses Gefühl der Aufregung war unerlässlich: ein Überschuss an Ausdruckskraft in den Gesichtsmuskeln und -nerven. Ich hatte mich den ganzen Tag über in diesen Zustand hineingesteigert", erzählt der Künstler später zu seinen verzerrten Gesichtsausdrücken. Mit den Kleinbildern, die den Auftakt zu Rainers berühmter Fotoserie "Face Farces" bildeten, wollte er die "unwahrscheinlich vielen Persönlichkeiten, die in uns allen verborgen sind", erkunden.

Künstlerhaus Wien, 2009: Auf unzähligen Bildschirmen sind Gesicht und Oberkörper einer jungen Frau zu sehen, die zwischen zwei Momentaufnahmen hin und her zucken. Die Posen reichen vom sexy Augenaufschlag bis hin zu Clownerien mit Hasenzähnen oder fliegenden Zöpfen. Daneben flimmern aber auch missgestaltete


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