Aus Falschem Wahres machen

Feuilleton | aus FALTER 14/09 vom 01.04.2009

Mit "Le Silence de Lorna" überspannen die Dardenne-Brüder erstmals den Parabel-Bogen

Filmkritik: Joachim Schätz

Irgendetwas stimmt nicht mit der Wohngemeinschaft, in die "Le Silence de Lorna" einführt: Wenn Lorna (Arta Dobroshi) schlafen gehen will, dann müssen in der ganzen Wohnung die Vorhänge zugezogen werden. Ihr hagerer Mitbewohner Claudy (Jérémie Renier) holt seine Matratze aus ihrem Schlafzimmer und legt sie im Nebenzimmer auf.

Als die junge Frau am nächsten Morgen in die Arbeit muss, bettelt er die Genervte an, ihn in der Wohnung einzusperren. Später meldet sich Claudy am Handy: Lorna müsse kommen, Polizeikontrolle.

Lorna und Claudy sind verheiratet: Sie, Albanerin, will einen belgischen Pass, er, rauschgiftsüchtig, braucht ihr Geld. Die gemeinsame Inszenierung einer Ehe, die polizeilicher Inspektion standhalten muss, ist in "Le Silence de Lorna" aber erst der Ausgangspunkt einer Erzählung, die in der Folge immer kühner um (Selbst-)Täuschungen und kippende Wahrnehmungen


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