"Stierhoden und Löwenherzen"

Stadtleben | aus FALTER 14/09 vom 01.04.2009

Philosoph Konrad Paul Liessmann über antikes Doping und perfekte Körper

Gespräch: Joseph Gepp

Konrad Paul Liessmann, 56, Philosoph, stellte kürzlich die Frage: "Wollen wir überhaupt sauberen Sport?" Der Falter fragte nach.

Falter: Herr Liessmann, bevor Sie eine Vorlesung halten oder einen Aufsatz schreiben - womit dopen Sie sich?

Konrad Paul Liessmann: Mit allem, was es im Unibuffet gibt: Apfelsaft, Kaffee, leider auch Red Bull.

Bei einer Podiumsdiskussion im November fragten Sie, ob sauberer Sport überhaupt erwünscht sei. Ist Sport per se unsauber?

Liessmann: Das war natürlich pointiert. Aber Profisport bedeutet immer, dass man was mit dem Körper macht, das er sonst nicht tun würde. Es gibt kein Naturtalent, das 100 Meter in 9,7 Sekunden läuft. Beim Spitzensport haben wir mit ausgeklügelten Körperformationssystemen zu tun. Das ist für uns klar. Aber Doping, chemische Leistungssteigerung, gilt als unsauber: Körper und Fairness würden dadurch verunreinigt.

Paradox: Einerseits wollen

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