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Kurz besprochen

Lexikon | aus FALTER 14/09 vom 01.04.2009

Roman

Nikolaj Gogol: Die toten Seelen. Übersetzt von Wolfgang Kasack. Reclam, 598 S., € 27,70

"Und welcher Russe würde eine schnelle Fahrt nicht lieben?" Es ist nicht das einzige Gogol-Zitat, das Eingang in die russische Alltagssprache fand. "Es gibt dort nur einen einzigen rechtschaffenen Menschen - den Staatsanwalt; wenn man's aber genauer betrachtet, so ist selbst der ein Schwein." Wie alle Bücher von Nikolai Gogol hat auch sein Hauptwerk, "Die toten Seelen" (1842), einen unverkennbar religiösen Subtext. Ein wenig Dandy, ein wenig Einfaltspinsel, fährt der Protagonist, Kollegienrat Pawel Iwanowitsch Tschitschikow, Gutsbesitzer in eigenen Angelegenheiten, in Begleitung seines Dieners Petruschka in der Gouvernementsstadt NN vor - im "preiselbeerfarbenen rotgesprenkelten Frack".

Was folgt, sind eine Menge Hochstapelei, Verführung, viel Verwirrung und Landschaft. Nach zehn Kapiteln erfährt man, dass die "toten Seelen" der Leibeigenen an den Staat verkauft werden sollen. Die als göttliche


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