Buch der Stunde

Lexikon | Klaus Nüchtern | aus FALTER 14/09 vom 01.04.2009

Nasen und deren Besitzer machen ganz schön was mit in den Erzählungen von Nikolai Gogol (1809-1852), dem selbst ein durchaus nicht unprononciertes Exemplar im Gesicht saß. In der Groteske "Die Nase" (1836) tritt die Titelheldin gar in Uniform ihrem Besitzer, dem Kollegienassessor Kowaljow, gegenüber, der begreiflicherweise einigermaßen desparat ist, als er im Spiegel statt des Riechorgans nur eine Stelle, "glatt wie ein frischgebackener Pfannkuchen", findet. Dem Titularrat Poprischtschin hätte es "beinahe die Nase zerschlagen", als er auf das Taschentuch des Direktorentöchterls stürzt, die ihn buchstäblich um den Verstand bringt ("Aufzeichnungen eines Irren"); und Leutnant Pirogow verhindert in der ebenfalls 1835 erschienenen Erzählung "Der Newski-Prospekt" gerade noch, dass der betrunkene Hoffmann ("nicht der Dichter Hoffmann, sondern der recht tüchtige Schuhmachermeister") seinem besoffenen Freund Schiller ("nicht der Schiller, der den, Wilhelm Tell' (…) geschrieben hatte,


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