Meinesgleichen

Aus der weiten Welt der Meinung

Falter & Meinung | aus FALTER 15/09 vom 08.04.2009

Das hat man davon, ein Retter zu sein. Christophorus trägt das Kind über den Fluss, und die ganze Zeit trommelt es wütend auf seinen Rücken. Im vorletzten Falter schrieb ich eine selbstironische Kolumne über meine Motive, den ORF "zu retten". Selbstironie kann man sich sparen, sie wird einem hurtig als "Furor des Rettens" vorgehalten. Der Selbstironiker weiß ohnehin, was ihm blüht. Mit Gleichmut höre ich deshalb allerseits rufen, der ORF müsse vor seinen Rettern gerettet werden.

Im profil schreibt Christian Rainer, dem ORF fehle nach wie vor ein Konzept, Kanzler Faymann gönne dem jetzigen Direktor bloß eine Atempause, und er erklärt, warum sich profil nicht an der Plattform beteiligt: "Die Initiative wirkt ehrenwert, in der Realität ist sie problematisch. Wir bezweifeln, dass es Einigkeit über das Manifest und dessen Konsequenzen geben kann und geben sollte. (…) Auf der Proponentenliste finden sich viele Personen, die in der Vergangenheit anderes taten, als die in ihrem Manifest geforderte, Entparteipolitisierung' zu betreiben." profil werde weiter versuchen, den ORF zu retten. "Aber unabhängig und mit journalistischen Mitteln."

Im Fachblatt Horizont konstatiert Sebastian Loudon: "Armin Thurnher überließ diesem Manifest sogar den traditionsreichen Platz seines Leitartikels, mit der Folge, dass sein legendärer Satz, Im Übrigen bin ich der Meinung, der Mediamil-Komplex muss zerschlagen werden' ausfiel." Dafür gibt's ihn diese Woche gleich zwei Mal!

Der letzte Satz erschien zum ersten Mal am 8.8.1994. Damals richtete er sich gegen die Mediaprint, den Konzern aus Krone und Kurier. Der Mediamil-Komplex entstand, als sich die trend-profil-Gruppe (Kurier-Konzern) mit der Newsgruppe vereinigte


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