Statt selbst zu streiken, hetzen sie Schüler auf. So erobert die Parteipolitik das Klassenzimmer

Politik | aus FALTER 15/09 vom 08.04.2009

Analyse: Ingrid Brodnig

Eines kann man den Lehrervertretern nicht vorwerfen: dass sie mit Futter für Journalisten geizen. Erst vergangene Woche heizte Jürgen Rainer die Schuldebatte wieder ordentlich an. Der Chefgewerkschafter der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen rief in einem E-Mail die Kollegen zum Pisa-Boykott auf, um den politischen Druck auf Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) zu erhöhen. Sie will nach wie vor, dass Lehrer mehr Unterricht leisten.

Prompt landete Rainers E-Mail bei einigen Medien. Nun stellte sich auch noch heraus, dass die Schüler gesetzlich verpflichtet sind, an der OECD-Vergleichsstudie Pisa teilzunehmen. Überdies wird der Test nicht direkt von Lehrern der Schule durchgeführt.

Pisa blockieren? Das wird also schwieriger als gedacht. Wirklich problematisch an dieser Idee ist aber, dass dabei Lehrer ihre Schüler instrumentalisieren würden. Derzeit setzt sich vor allem die ÖVP-nahe Schülerunion dafür ein, dass kein Jugendlicher am Pisa-Test


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