Der Zornkurs steigt

Politik | aus FALTER 15/09 vom 08.04.2009

Aus Bankiers werden "Bankster", die um ihr Leben fürchten. Die Wut der Massen ist ein höchst gefährlicher Affekt. Eine politische Geschichte des Zorns

Essay: Robert Misik

So ganz nach anarchistischen Umstürzlern klangen die Parolen nicht, die vergangene Woche durch die Londoner City schallten: "Wir brauchen einen sauberen Kapitalismus", lautete eine. Am Ende legte die Menge eine Filiale der Royal Bank of Scotland in Trümmer. Deren früherer Chef, Fred Goodwin, der König der Abzocker, gilt als das hässliche Gesicht der Finanzkrise. Nachdem er sich mit einer Rente von 760.000 Euro in den Ruhestand zurückgezogen hatte, schlugen Unbekannte die Fensterscheiben seiner Villa und seiner Limousine ein. Brave Bürger bringen derweil in ihren Vorgärten handgeschriebene Poster an, wie den: "Hängt die Banker, bis sie tot sind."

Langsam macht sich Angst breit: In London wurde im Finanzdistrikt vergangene Woche die Kleiderordnung aufgehoben - die Broker und Kassenbeamten kamen in Jeans und T-Shirt

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