1989, als der Vorhang aufging und die Bühne brannte

Politik | aus FALTER 15/09 vom 08.04.2009

Zwischen Diktatur und Widerstand: Zwei überzeugende Neuerscheinungen analysieren das Ende des Kalten Krieges

Rezension: Marianne Schreck

Die Entschlossenheit, mit der polnische Werftarbeiter Anfang der 80er-Jahre zum Streik gegen das KP-System aufbrachen, ließ westliche Journalisten aufhorchen. Nachdem das Existenzminimum der vorwiegend katholischen Arbeiter nicht mehr gewährleistet war, brachte die Entlassung einer illegalen Gewerkschafterin das Fass zum Überlaufen. Und unzählige westliche Journalisten strömten in die polnische Werftstadt Danzig.

Der entlassene Arbeiter, der damals über die Betriebsmauern kletterte, sollte schon bald zu einer der markantesten Persönlichkeiten in der polnischen Gewerkschaft Solidarnos´c´ werden: Lech Walesa. Das sogenannte Danziger Abkommen, das selbstverwaltete Gewerkschaften erlaubte, brach schließlich das Organisationsmonopol der KP. In der Folge stiegen Walesa und Karol Wojtyla zu den Ikonen des Widerstands gegen das kommunistische System auf.


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