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Bücher, kurz besprochen

Politik | aus FALTER 15/09 vom 08.04.2009

Kapitalismus und Multikulti

Wer sich über die Wirtschaftskrise ärgert und Theoretisches sucht, um seine Wut in sachliche Argumente zu packen, dem sei dieses Buch von Slavoj Žižek ans Herz gelegt. Zwei Dinge gehen dem aus Slowenien stammenden Philosophen und linken Kulturkritiker auf die Nerven. Erstens: die Allmacht des globalen Kapitalismus. Zweitens: wie dieser Kapitalismus den Multikulturalismus missbraucht, um Einfluss und Kontrolle in den Nationalstaaten zu gewinnen: "Jede Lokalkultur wird behandelt, wie der Kolonist seine Kolonisierten behandelt", schreibt Žižek. Die scheinbare Toleranz gehe aber nur so weit, als sie der Vormachtstellung des Kapitalismus diene. Inzwischen sei es zu einer "beispiellosen Homogenisierung der Welt" gekommen, die so weit gehe, dass es fast unmöglich geworden sei, ein Abdanken des Kapitalismus auch nur anzudenken. Der einzige Weg für Žižek ist die "radikale Limitierung der Freiheit des Kapitals und die Unterordnung des Produktionsprozesses unter


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