Nachgesehen

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Robert Rotifer | aus FALTER 15/09 vom 08.04.2009

London trauert am Mahnmal eines toten Trafikanten

Die Londoner City, 3. April 2009: Auf einer mit Spanplatten verbauten Statue vor der Royal Exchange haben Demonstranten ein improvisiertes Mahnmal zum Gedenken an den am Vortag dort verstorbenen Ian Tomlinson eingerichtet. Der Trafikant war am Heimweg von der Arbeit in den Polizeieinsatz gegen die Protestkundgebungen zum G20-Gipfel geraten. Zunächst wurde die Meldung gestreut, der kollabierte 47-Jährige sei unter dem Flaschenhagel der Demonstranten gestorben, während die Polizei ihm zu Hilfe kommen wollte - Augenzeugenberichten zufolge wurde er dagegen von einem Polizistenknüppel auf den Kopf getroffen. So wie einige hundert Demonstranten steckte Tomlinson offenbar auf dem von einem nachrückenden, dichten Polizeikordon eingekreisten Platz fest. Kritiker geben nun der umstrittenen Einkesseltaktik der Exekutive Mitschuld an den Krawallen, bei denen an den zwei Tagen des G20-Gipfels insgesamt 122 Demonstranten verhaftet wurden.


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