Mediaforschung

Nachfragekolumne

Medien | Ingrid Brodnig | aus FALTER 15/09 vom 08.04.2009

Herr Putz, warum sollen wir überall Falter-Hände hinkleben?

Werbekolumne in eigener Sache: Der Falter freut sich über die Goldene Venus des Creativ Club Austria. Diese Auszeichnung ging an die Agentur Jung von Matt/Donau für die Neugestaltung des Corporate Design des Falter. Anlass genug, ein paar Fragen zur Werbekampagne zu klären: Warum verwenden wir den gleichen Slogan wie vor zehn Jahren? Was sollen die Falter-Aufkleber? Und müssen unsere Radiospots eigentlich so verblödelt sein?

Alexander Putz, Kreativgeschäftsführer von Jung von Matt, hat die Werbelinie mitentwickelt. Sein Team habe zwar überlegt, dem Falter einen neuen Slogan zu verpassen: "Der Satz, Wir holen dich da raus' ist aber super bekannt." Also baute man darauf auf. Seit dem Relaunch der Zeitung gibt es das neue Werbedesign - stets mit der hilfesuchenden roten Hand und dem Satz: "Hol mich hier raus, Falter!"

Die Hand wurde auch als Aufkleber an Leser verteilt. "Wir wollten die Kampagne damit zum Leben erwecken", sagt Putz. Die Idee dahinter sei, dass jemand die Falter-Hand auf Unerwünschtes wie eine Konzertkarte der Kastelruther Spatzen klebt. Für den Werber profiliert sich der Falter nämlich dadurch, dass er sich von anderen, etwa der Krone, abgrenzt.

Zusätzlich zu den prämierten Printsujets wirbt der Falter seit kurzem auch in Kinos und schon länger auf FM4. Bei Letzterem werden Menschen interviewt, die an seltsamen Orten wie einer Brotdose feststecken und Hilfe vom Falter benötigen. Dieser schräge Humor würde auch gut zum Publikum von FM4 passen, fanden die Werber von Jung von Matt. "Beim Radio geht es eben stärker um Emotionalität", meint Putz. Einer der für die FM4-Werbeleiste Interviewten wird übrigens gefragt, ob ihn der Falter aus dem Brotkistl befreien soll. Und sagt nur ein Wort: "Nein." Es will halt nicht jeder vom Falter herausgeholt werden.


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