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IT-Kolumne

Medien | Ingrid Brodnig | aus FALTER 15/09 vom 08.04.2009

April, April! Zum Monatsanfang ließ sich der Guardian einen Schmäh einfallen. Die britische Zeitung berichtete, dass sie nur noch im Internet auf Twitter erscheinen würde. Der Webdienst erlaubt es seinen Benutzern, Botschaften in der Länge von 140 Zeichen zu verfassen. 140 Zeichen würden aber ausreichen, um jede Geschichte zu erzählen, meinte der Guardian und brachte ein historisches Beispiel. Als NS-Truppen in Polen einfielen, hätte auch die Meldung genügt: "OMG Hitler invades Poland, allies declare war see tinyurl.com/b5x6e for more." Zu Deutsch: "Oh mein Gott! Hitler marschiert in Polen ein, Alliierte erklären Krieg. Mehr unter tinyurl.com/b5x6e." Der angegebene Link führt zu Wikipedia. Es ist schon beeindruckend, wie sich jede Meldung auf 140 Zeichen reduzieren lässt. Etwa: "Julius Meinl wieder auf freiem Fuß, hat 100 Millionen Euro Kaution bezahlt. FPÖ kritisiert Freilassung." Man stelle sich eine Zeitung mit lauter Twitter-Meldungen vor. Aber hoppla, die gibt es ja schon. Sie heißt Heute und liegt in der U-Bahn.


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