Geklingel beim Sex und Umwege beim Eierköpfen

Feuilleton | aus FALTER 15/09 vom 08.04.2009

Der überaus talentierte Autor Clemens Setz ist mit seinem XXL-Roman "Frequenzen" grandios gescheitert

Buchkritik: Sebastian Fasthuber

Mit seinem klugen Debütroman "Söhne und Planeten" hat sich der Grazer Autor Clemens J. Setz (Jg. 1982) als früh gereiftes Talent erwiesen. Jetzt wollte er es offenbar wirklich wissen und hat einen über 700 Seiten starken Wälzer geschrieben, der die problembehafteten Leben zweier junger Männer als Anlass dafür nimmt, um über Familien und Vater-Sohn-Beziehungen nachzudenken, aber auch über Mathematik, Philosophie, Kunst, Gewalt, Sex, Einsamkeit, Hunde, Babys, Weltmaschinen und Ohrensausen.

Kurz und gut: Setz hat so ziemlich alles, was einem ambitionierten Jungautor durch den Kopf gehen kann, in diesen Roman gequetscht. Mit der Folge, dass dem Geschehen streckenweise nur schwer zu folgen ist. Einmal wird ein Haus beschrieben, dessen Bewohner eines Tages im Keller einen Riss in der Wand entdecken, der kein Ende zu nehmen scheint. Ein selbstironischer Kommentar


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