Bunter und entspannter, als New Wave es erlaubt

Feuilleton | aus FALTER 15/09 vom 08.04.2009

Niki List (1956-2009), der Regisseur von "Müllers Büro", ist in der Nacht vom 1. auf den 2. April völlig unerwartet verstorben

Nachruf: Michael Omasta

Er wollte nicht Filme machen, sondern Kino. Und für ein paar Momente sah es Mitte der 80er-Jahre tatsächlich so aus, als hätte das neue österreichische Kino in dem jungen Autodidakten seinen ersten Meister gefunden.

Niki List hat nie eine Filmschule besucht. Stattdessen liebäugelte er nach dem Besuch des Akademischen Gymnasiums erst einmal mit dem Reinhardt Seminar, inskribierte Theaterwissenschaft, werkte am Dramatischen Zentrum und absolvierte schließlich die Grafische mit Auszeichnung. Ein typischer "Quereinsteiger", würde man heute sagen - und auch seine Filme lagen quer zum Rest der damaligen österreichischen Produktion mit ihren meist vergeblichen Kunstanstrengungen.

Kino war für List stets auch Familiensache. Er hatte sein Team auf viele Jahre hinaus. Mit Andreas Vitásek, einem der Hauptdarsteller seiner frühen Arbeiten,


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