Was fährt denn da?

Mobilitätskolumne

Stadtleben | aus FALTER 15/09 vom 08.04.2009

Eine Fahrt mit dem Repetitivgebet

Bericht: Andrea Maria Dusl

Guten Tag", sage ich, "ich komme von der Universität, ich bin Aufzugsforscherin." Die beiden Portiere, die in der Empfangsmuschel im Foyer des Hauses der Industrie am Wiener Schwarzenbergplatz sitzen, sind freundlich und nehmen meine kleine Lüge mit Gelassenheit. "Ich möchte mit dem Paternoster fahren", sage ich. "Ausnahmsweise", sagt einer der beiden Portiere.

Über ein paar Stufen geht es ins Hochparterre. Das Haus der Industrie ist der monumentale Palast der Industriellenvereinigung, 1906 bis 1909 vom Ringstraßenarchitekt Karl König errichtet; im Stil der klassischen römischen Paläste des Späthistorismus. Japaner stehen davor, staunen und vermuten einen pittoresken Fürsten hinter den Quadermauern. Aber hier gehen nur die Fabrikanten ein und aus. Feines Tuch, genagelte Schuhe, strenger Blick.

Das Konzept eines Aufzugs passt nicht so recht zur Feudalarchitektur. Als er eingebaut wurde, 1911, vom k.u.k. Hoflieferanten Anton


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