Wenn einer eine Reise tut

Steiermark | aus FALTER 15/09 vom 08.04.2009

Mit Christian Winkler in der Mantscha. Dort lässt der Autor und Regisseur auch sein neues Stück spielen

Porträt: Gregor Schenker

Ein idealer Schwiegersohn eigentlich, dieser Christian Winkler. Adrett gekleidet, blaues Hemd. Blitzblaue Augen. Stets höflich, zurückhaltend. Fleißig. Perfekter Lebenslauf. Handelsakademie. Zivildienst in einem ehemaligen Konzentrationslager. Studium in Mindestzeit. Masterstudium in London. Englisch, Polnisch und Spanisch fließend. Hausautor am Grazer Schauspielhaus. Wo hat der junge Mann mit dem ernsten Vollbart nur seine Abgründe versteckt?

Im Grunde ist Winkler ja schon als Jugendlicher in Deutschlandsberg, wo er in eine Arbeiterfamilie hineingeboren wird, bemüht, ein wenig anders zu sein. In Schulzeiten zumindest, als die Kollegen ihre Vespas aufreißen und damit im Straßengraben landen, tuckert er mit seiner schwarzen Puch MV-50 durch die Südsteiermark. "Bergauf anfahren war unmöglich. Da musste man zuerst eine Schleife nach unten fahren." Mit 15,

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