"Migranten werden ohne Scheu beschimpft"

Steiermark | aus FALTER 15/09 vom 08.04.2009

Die Antirassismus-Hotline Helping Hands verzeichnet mehr Diskriminierung bei Behörden und zwischen Jugendlichen

Bericht: Donja Noormofidi

Herr B. wollte seine Schwester von der Schule abholen, als ihn ein Polizist aufhielt und seinen Reisepass verlangte. Weil die Schule nur einige Minuten entfernt lag, hatte der gebürtige Tschetschene den Reisepass nicht dabei. Der Beamte verhängte eine Organstrafe. "Bringen Sie das Geld innerhalb von zwei Stunden ins Polizeiwachzimmer, oder Sie werden abgeschoben", habe der Polizist gedroht. Das gab Herr B. später bei Helping Hands zu Protokoll, wo sich Opfer von Rassismus und Diskriminierung melden können. Herr B. brachte zwar das Geld ins Wachzimmer, fühlte sich aber ungerecht behandelt.

Daniela Grabovac, Leiterin von Helping Hands Graz, gibt Herrn B. recht: "Die Drohung des Polizisten war rechtlich nicht gedeckt. Ebenso wenig die Geldstrafe, Herr B. hätte seinen Reisepass einfach nachbringen können."

Grabovac hat soeben den Jahresbericht 2008 fertiggestellt


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