Performance Tipp

Musen, Meister und Monster im Tanzquartier

Lexikon | Bettina Hagen | aus FALTER 16/09 vom 15.04.2009

Unter dem Titel "Musen.Meister.Monster" verschafft die Programm-Insel Nr. 8 im Tanzquartier zwei Wochen lang Einblicke in die Weitergabe von Tanz. Am eigenen Leib lässt sich die Übernahme einer Bewegungsmethode bereits am Eröffnungstag spüren: Amalia Altenburg und Philipp Ruthner laden mit ihrer Intervention "Feldenkrais in Progress" im Haupthof des Museumsquartiers (Fr ab 15 Uhr) zum Mitmachen ein. Auf der Bühne werden in drei Masterclasses drei ganz unterschiedliche Tanz-Lehren vorgestellt: Pichet Klunchun, Meister einer aktuellen Interpretation des thailändischen Maskentanzes, Lisa Nelson, die auf Improvisation und Beobachtung vertraut, und Milli Bitterli, Vertreterin zeitgenössischer Körperarbeit, präsentieren ihre Arbeitsweisen.

Neben den Meistern kommen in eigenen Lecture-Performances auch Musen zu Wort. Die Kanadierin Stephanie Cumming lebt seit 2003 in Österreich und seither maßgeblich an der Entwicklung der Stücke von Chris Haring beteiligt. Takako Suzuki war ab 1992 Tänzerin bei Sasha Waltz und hatte großen Einfluss auf deren choreografische Handschrift. Die dritte Muse ist ein Mann: Lorenzo De Brabandere. Er wird seine Arbeit mit dem Ausnahme-Choreografen Raimund Hoghe thematisieren.

Jérôme Bel zeigt die filmische Dokumentation seiner Performance "Véronique Doisneau" über eine Tänzerin im Ballett der Pariser Oper und wirkt selbst an der europäischen Erstaufführung von "About Khon" von Pichet Klunchun mit. Mathilde Monnier und La Ribot zeigen "Gustavia", und von Nachwuchsmeisterin Doris Uhlich ist nochmals "Spitze" zu sehen. Den Abschluss bildet eine Jam-Session, die junge Performer und der Leiter des Instituts für Artificial Intelligence, Robert Trappl, bestreiten.

Tanzquartier Wien, 17. bis 30.4.


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