Tipp Pop

Weihestunde mit einer echten Soulgöttin

Lexikon | aus FALTER 16/09 vom 15.04.2009

Ende der 60er-, Anfang der 70er-Jahre veröffentlichte Candi Staton beim amerikanischen Fame-Label einige fantastische Soulplatten, denen später Discoarbeiten folgten. Dann war die 1943 in Alabama geborene und in jungen Jahren vor allem von Aretha Franklin inspirierte Sängerin lange Zeit weg vom Fenster respektive in der sakralen Gospelwelt abgetaucht. In den letzten Jahren feierte sie aber ein fulminantes weltliches Comeback. Einer sehr schönen Werkschau folgte 2006 das überwältigende Album "His Hands"; mit "Who's Hurting Now" (Honest Jon) hat Staton kürzlich auf höchstem Niveau nachgelegt. "Es gibt Soulstimmen, und es gibt Soulstimmen", schreibt Christoph Möderndorfer vom Soulclub Believers, der Candi Staton samt achtköpfiger Band nach Wien bringt. "Candi Statons Stimme ist nichts weniger als die rohe Signatur des Genres Southern Soul. Eine gewaltige, inbrünstige Stimme voll von Tränen. Der Aufschrei einer Frau, die sich vom Leben und der Liebe tief verwundet zeigt." Klingt dick aufgetragen, ist aber keinen Deut übertrieben. Beseeltere, ergreifendere und bei aller Dramatik auch schönere Musik wird man so schnell auf keiner Wiener Konzertbühne zu hören bekommen. GS

Porgy & Bess, Di 20.30


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