Buch der Stunde

Lexikon | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 16/09 vom 15.04.2009

Julya Rabinowich legt als ihren ersten Roman eine stark autobiografisch gefärbte Geschichte über Emigration, Aufwachsen und Familienbande vor. Die 1970 in St. Petersburg geborene Autorin kam 1977 nach Wien. Eigentlich sollte es nur eine Zwischenstation sein, aber man blieb. Nach einem Dolmetschstudium und einem Studium an der Angewandten bei Christian Ludwig Attersee konzentriert sich Rabinowich nun vorrangig aufs Schreiben.

Am Anfang von "Spaltkopf" sitzt Mischka, wie die Protagonistin und Erzählerin im Buch heißt, im Flugzeug. Vater und Mutter haben ihr eingeimpft, dass es bloß eine Urlaubsfahrt Richtung Litauen wird. Dagegen spricht die Mozartkugel, die langsam in der Hand des Mädchens schmilzt. In Wien gelandet, bekommt sie in einem Crashkurs mitgeteilt, "dass Lenin, der Freund aller Kinder, (...) ein Arschloch sein soll. Was mein Vater nicht schafft, bewirkt der Anblick einer Barbiepuppe. In fünf Minuten. Ich bin vom Westen überzeugt. Ich soll es lange bleiben." Das Kind lernt


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