Ohren auf!

Sammelkritik

Lexikon | Klaus Nüchtern | aus FALTER 16/09 vom 15.04.2009

Man kann es "produktiv", "umtriebig", "fleißig" oder "gut vernetzt" nennen. Ken Vandermark ist jedenfalls dermaßen dings, dass selbst eingefleischte Fans schnell einmal den Überblick über das wuchernde Myzel seiner Bands und Projekte verlieren. Im Februar 2008 hat er sich in seiner Heimatstadt Chicago mit ingesamt vier Bassisten zusammengetan, um am Tag (CD 1) bzw. in der Nacht (CD 2) Stücke zu improvisieren, die nun auf "Collected Fiction" (Okka/Import) zu hören sind, das eigentlich auch "Collected Friction" heißen könnte, denn in der Tat entsteht zwischen gezupftem, gestrichenem, beklopftem Bass und den diversen Reeds einige Reibung. Auf "Torus I-IV" ist Vandermark am Tenor zu hören: Eloquent, eilig und ephemer spinnen er und Kent Kessler ihre musikalischen Gedanken für sich weiter, während im Duo mit Nate McBride stärker aufeinander eingegangen wird; aufgekratzt wird mit Wilbert de Joode ein pointiertes perkussives Pulsieren inszeniert, wohingegen Vandermark auf "Torus I"


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