Meinesgleichen

Aus der weiten Welt der Meinung

aus FALTER 16/09 vom 15.04.2009

Beinahe hätte ich übersehen: Die Kronen Zeitung wird 50. Vor 50 Jahren brachte der vormalige Chefredakteur des Kurier, Hans Dichand, gemeinsam mit dem vormaligen Waschmittelvermarkter Kurt Falk und mithilfe eines von Gewerkschaftsboss Franz Olah vermittelten Kredits die Kronen Zeitung erstmals wieder heraus. Es gelang Falk und Dichand, das Eigentum der Zeitung mit geringem finanziellem Aufwand an sich zu bringen, da später vor Gericht weder ÖGB noch SPÖ ihre Ansprüche auf die Zeitung beweisen konnten. Dann trennten sich Falk und Dichand im Streit, was die Westdeutsche Allgemeine Zeitung als Hälftebeteiligte erst zur Krone und dann zum Kurier brachte und Österreich das Oligopol der Mediaprint bescherte.

Sonstige segensreiche Wirkungen? Hans Dichand: "Wir Journalisten von der unabhängigen Kronen Zeitung haben zwar die Macht, alles zu sagen, was wir wollen, aber wir spüren auch unsere Verantwortung gegenüber den Millionen Menschen, die unser Blatt täglich zur Hand nehmen und sich uns verbunden fühlen. Manchmal sind die Probleme und Widerstände größer als der Einfluss, den wir durch unsere Argumente und unsere Riesenauflage haben. Darum gelingt es uns nicht immer, offensichtliches Fehlverhalten der Politiker zu korrigieren." (Krone Bunt, 12. April 2009)

Was soll ich sagen? Trotz meiner Auflage und meiner Riesenargumente hat sich das Fehlverhalten der Krone in den letzten Jahrzehnten als unkorrigierbar erwiesen.


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