Die Reichensteuer: Phobie trifft Panik

aus FALTER 16/09 vom 15.04.2009

Die Forderung nach Vermögensteuern ist nicht linker Populismus, sondern reiner Pragmatismus

±Kommentar: Julia Ortner

Der Staat kommt und nimmt mir einfach etwas von meinem Eigentum weg. Bei dieser Vorstellung setzt bei den meisten Österreichern das Hirn aus. So waren 75 Prozent für die Abschaffung der Erbschaftsteuer, obwohl nur ein Drittel angibt, schon einmal geerbt zu haben. Absurd - aber die Politiker nahmen bisher gerne Rücksicht auf diese Vermögensteuerphobie. Doch jetzt, in der Krise, bricht einer die Regeln und zettelt eine echte Umverteilungsdiskussion an

Es ist der steirische SPÖ-Landeschef Franz Voves, bekannt für gute Ratschläge an den Kanzler und renitentes Benehmen. Er verschreckt die eigene Partei und den Koalitionspartner ÖVP mit einem linken Wirtschaftskonzept, an dem auch Ex-SPÖ-Finanzminister Ferdinand Lacina mitgearbeitet hat. Im Programm überlegt man eine Wertschöpfungsabgabe, die Reverstaatlichung von Infrastrukturunternehmen oder eben Vermögensteuern -


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