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Politik | aus FALTER 16/09 vom 15.04.2009

Wieviele Polizisten bluten im Dienst, Herr Oberst Gollia?

Eine Ausweiskontrolle in einem Park nahe des AKH kann lebensgefährlich sein. Zumindest für die Polizei. Ein Inspektor wurde vergangene Woche von einem Unbekannten in die Brust gestochen. Er schwebte in Lebensgefahr. Wie oft werden Polizisten eigentlich Opfer? Rudolf Gollia ist Sprecher des Innenministeriums.

Herr Gollia, in Wien wurde ein Polizist niedergestochen, er schwebte in Lebensgefahr. Wie viele Beamte werden bei Amtshandlungen verletzt?

In den letzten Jahren sind pro Jahr rund 800 Polizisten verletzt worden, fünfzig davon schwer. Sie werden mit Messern verletzt, geschlagen oder angeschossen. In den Jahren 2000 bis 2002 starben fünf Beamte im Dienst. Im Jahr 2006 waren es zwei.

Wie hilft das Innenministerium, wenn jemand im Dienst verletzt wird?

Einerseits bekommen die Beamten Betreuung durch ihre Dienststellen und durch den psychologischen Dienst. Dann gibt es sogenannte Peers, speziell ausgebildete Beamte. Dann ist da noch das Wachebediensteten-Hilfeleistungsgesetz, das für finanzielle Entschädigung sorgt.

Die FPÖ fordert nach der Attacke eine bessere Bewaffnung der Polizei. Die Partei behauptet, auf der Straße sei es immer gefährlicher.

Dem ist nicht so. Die Zahl der Verletzungen von Beamten ist in den letzten Jahren konstant geblieben. Wir sind auch ausreichend ausgestattet.

Braucht es wieder den Schlagstock?

Wir hatten nie einen Schlagstock, sondern einen Gummiknüppel. Der zählt mit gutem Grund nicht mehr zur Grundausstattung der Polizei. Wir haben effizientere Waffen, etwa einen Spray mit Tränengas.

US-Polizisten verwenden den Taser, ein Elektroschockgerät, das Angreifer mit Stromstößen außer Gefecht setzt. Macht so etwas Sinn?

Besonders ausgebildete Polizisten verwenden den Taser schon heute. In den letzten drei Jahren ist das Gerät etwa 70-mal eingesetzt worden. Es erwies sich als geeignetes Mittel.

Interview: Florian Klenk


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