Nachgesehen

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Ingrid Brodnig | aus FALTER 16/09 vom 15.04.2009

Auf diesem Feldbett schlafen immer häufiger obdachlose Jugendliche

Vor drei Jahren wurde die Jugendnotschlafstelle a_way beim Westbahnhof aufgesperrt. In der Zwischenzeit hat sich die Zahl der hilfesuchenden Jugendlichen fast verdoppelt. 350 Obdachlose betreute die Einrichtung im Vorjahr. Das wurde vergangenen Mittwoch bekannt. Am Tag darauf ist der Betrieb wie gewohnt: Um 19 Uhr sperrt die Notschlafstelle auf, die Sozialarbeiterin holt das Feldbett heraus. Zehn reguläre Schlafplätze gibt es bei a_way für 14- bis 21-Jährige. Wenn mehr Jugendliche einen Platz brauchen, wird das Notbett aufgebaut. Das passiert in den vergangenen Wochen vermehrt. "Das hängt wahrscheinlich auch mit der Wirtschaftskrise zusammen", sagt Geschäftsführer Martin Haiderer. Das Besondere an a_way ist, dass die Jugendlichen anonym bleiben können. Oft kommen Mädchen und Burschen, die aus zerrütteten Familien stammen, Drogen konsumieren und in anderen Hilfseinrichtungen keinen Platz finden. Sie dürfen hier fünf Tage pro Monat übernachten.


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