Mediaforschung

Nachfragekolumne

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 16/09 vom 15.04.2009

Wieso sterben so viele für Mode von New Yorker, Frau Tabriz?

Krach, peng, platsch, bumm. Gleich vier Leichen gibt es in der neuen "Dress for the moment"-Kampagne des Textillabels New Yorker. Der Plot ist simpel: Eine blonde Schönheit im rosa Kleid verdreht den Männern so sehr den Kopf, dass diese gleich ihr Leben verlieren. Am Ende landet die hübsche Frau selbst in einer Baugrube, über die gleich darauf der Presslufthammer alles flach macht. Nur ein Zipfelchen ihres rosa Kleides ist noch zu sehen. Dazwischen gibt es sehr viel feinen schwarzen Humor.

"New Yorker ist ein sehr aufgeschlossener und kreativer Kunde, der uns viel Freiheit bei der Gestaltung des Spots gab", sagt Nilou Tabriz, Producerin der Firma Doppelgänger Film, die zur Twinfilm Group gehört. Ziel sei es gewesen, nicht nur hübsches Gewand zu zeigen, sondern eine Geschichte zu erzählen. Für diese ist Regisseur Philipp Stölzl zuständig, der auch schon das Bergdrama "Nordwand", Musikvideos für Rammstein, Madonna oder Anastacia gedreht und Opern inszeniert hat.

Gedreht wurde im südafrikanischen Kapstadt, dort, wo zahlreiche Werbefilmer im Winter ihre Sommerspots produzieren. Und das nicht ganz ohne Probleme: "Wir hatten eine Crew von 200 Leuten, eine Menge Stunts und nur zwei Drehtage", erzählt Tabriz. Die Schauspieler wurden vor Ort gecastet, die Baugrube, in der das Model am Schluss begraben wird, lag ganz woanders und wurde mittels Green Screen nachträglich in den Film eingebaut. "Und weil der Mann, der aus dem Fenster springt, so furchtbare Höhenangst hat, mussten wir extra eine zwei Meter hohe Fensterfront aufbauen lassen." Um diese herum hätten etwa 150 Schaulustige den Schauspieler angefeuert, den 2-Meter-Sprung doch zu wagen.

Weil so viel schwarzer Humor nur ins Abendprogramm passt, sendet der ORF den Spot übrigens erst ab 21 Uhr.


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