Die Erben der Anna Politkowskaja

Medien | aus FALTER 16/09 vom 15.04.2009

Einige Kollegen wurden ermordet, trotzdem bleibt die Nowaja Gaseta die mutigste Zeitung Russlands

Redaktionsbesuch: Susanne Scholl/Moskau

Das Stiegenhaus ist weiträumig und ein bisschen heruntergekommen. An den Wänden bröckelt der rötliche Ölanstrich. Es ist seltsam still in dem Gebäude, das seine sowjetische Herkunft nicht verleugnen kann. Im zweiten Stock dann eine unscheinbare, hellbraune Doppeltüre - und dahinter "eine andere Welt". So nennt Galina Mursaliewa, die seit zehn Jahren bei der Nowaja Gaseta arbeitet, ihre Redaktion. Sie hat mit der ermordeten russischen Journalistin Anna Politkowskaja hier begonnen, wenige Jahre, nachdem eine Gruppe engagierter junger Journalisten die Zeitung gegründet hatte. Sie hofften auf Demokratisierung.

Damals herrschte Aufbruchsstimmung, und die wurde genutzt. Manchmal so exzessiv, dass es uns westlichen Journalisten hie und da schon die Sprache verschlug. Doch dann kam das neue Jahrtausend und mit ihm das neue Regime. Journalismus, wie ihn die


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