Haydn-Konzerte: enzyklopädischer Ehrgeiz in Eisenstadt und viel Arbeit für Harnoncourt

Feuilleton | aus FALTER 16/09 vom 15.04.2009

Oben barocker Prunk, unten altes Holz. Der Haydnsaal auf Schloss Esterházy in Eisenstadt verdankt seine gute Akustik Joseph Haydn. Der ließ den halligen Steinboden mit Holzdielen abdecken. Die improvisierte Maßnahme bewährt sich bis heute.

Nun wird der Haydn-Saal zum Zentrum des Konzertlebens im Haydn-Jahr. Die Veranstalter legen eher Wert auf enzyklopädischen Ehrgeiz denn auf pfiffige Dramaturgie. Alle Sinfonien, sämtliche Trios, die gesamte Kirchenmusik werden in Eisenstadt übers Jahr geboten. Das Programm ist so unüberschaubar wie Haydns Werk. Der Vorteil: Es gibt immer was zu hören. Details unter www.haydn2009.at.

Überschaubarer ist das Angebot in Wien. Immerhin: Nikolaus Harnoncourt, der profilierteste Haydn-Interpret unserer Zeit, ist gleich dreimal zu hören.

Am Pult der Wiener Philharmoniker eröffnet er am 9. und 10. Mai im Konzerthaus das Internationale Musikfest, mit zwei späten Haydn-Sinfonien und dem Cellokonzert C-Dur (Solist: Clemens Hagen). Mit dem Concentus Musicus gibt er am 6. und 7. Juni im Musikverein eine konzertante Aufführung der Oper "L'isola disabitata". Und seinen 80. Geburtstag feiert Harnoncourt am 5. Dezember im Theater an der Wien mit der Premiere von "Il mondo della luna" (Regie: Tobias Moretti).


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige