Erinnerungen können nicht begraben werden

Feuilleton | aus FALTER 16/09 vom 15.04.2009

Jahrzehnte danach dokumentiert "Gibellina - Il terremoto" die Spuren eines Erdbebens in einem sizilianischen Ort

Filmkritik: Michael Pekler

Die ersten Minuten des Films gehören einem wunderschönen Lied. Eine Frau singt davon, dass die Söhne Siziliens nicht aufgeben sollen, während der Wind unablässig über die Landschaft bläst. Man spürt förmlich die bewegte Geschichte der Insel, bildet sich das jedenfalls ein, wenn man gelbe Ähren vor grünen Kuppen leuchten sieht, während Licht und Schatten blitzartig wechseln. In Joerg Burgers "Gibellina - Il terremoto" bekommt man schnell ein Gefühl für die Ordnung der Dinge.

Doch schon bald rückt eine andere Erinnerung ins Bild: menschliche Hinterlassenschaften in Form gewaltiger Skulpturen aus Beton und Metall. Wie Relikte aus einer vergangenen Zeit stehen sie da, stumme Zeugen in einer verlassenen Gegend. Mehr oder weniger berühmte Architekten aus ganz Europa haben hier in Gibellina ihre Spuren hinterlassen.

Ein Jahr nach dem großen Erdbeben


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