Nüchtern betrachtet

Die Amsel auf dem Dach ist mir auch sehr recht

Feuilleton | aus FALTER 16/09 vom 15.04.2009

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Ständig muss man was aus sich machen, am besten natürlich das Beste - das Leben, ein einziges Fortbildungsseminar. Wie in den meisten Belangen vertrete ich auch hier eine lasche Position. In der Tat hat man seine Talente ja nicht von Gott bekommen, um sie zum Niedrigstzins am Girokonto verrotten zu lassen. Andererseits herrscht talentemäßig erstens starker Umverteilungsbedarf und muss zweitens auch mal eine Ruh sein mit der ewigen Selbstschöpfungswertschöpfung. Vor allem: Ich glaub das alles nicht! Man kommt gewiss nicht als Liftwart oder Key-Accountant auf die Welt, aber die Stäbe des Gitterbetts, in das man gelegt wird, sind doch nicht so weit gesteckt, wie die Apologeten des Identity-Shaping behaupten. In der Liebe, heißt es bei Italo Svevo, macht jeder, wie er kann. Ich fürchte, der Satz hat generell Gültigkeit.

Mit seinen Pfunden zu wuchern bedeutet oft nichts anderes, als einen


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