Stadtrand

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 16/09 vom 15.04.2009

2 Anrufe bei der Stadt: Deeskalation a Go-Go

Wenn man bei Wiener Wohnen anruft, weil über Nacht jemand an einen Gemeindebau was Fieses über Juden gesprayt hat, meldet sich kurz darauf ein Maler. Er stehe grad vor der Wand, wo sei jetzt das Graffiti? Am Abend ist dann die Fassade neu gestrichen. Überraschung! Und ruft man vollkommen aufgebracht und hysterisch (wie man nun einmal veranlagt ist) bei den Wiener Linien an, weil einem erst die Bim vor der Nase weggefahren ist und dann auch noch der Anschluss-13A. Wenn man also dort bei der Hotline anruft, um sich zu beschweren, dann ist - Überraschung! - auch am Freitagabend nicht die Voicebox dran, sondern ein echter Mensch. Der hört sich geduldig den Ärger an, antwortet ruhig, er sei selbst noch als Busfahrer unterwegs, man hätte Zeitpläne einzuhalten und manchmal würde man halt einfach losfahren, das sei jetzt natürlich blöd. Aber, schauen Sie doch mal auf die Anzeigetafel, es kommt der nächste 13A ja eh in sechs, nein fünf Minuten und noch einen schönen Abend! Wien deeskaliert. Gar nicht so schlecht.

Christopher Wurmdobler wollte sich beschweren und wurde überrascht


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