Meinesgleichen

Aus der weiten Welt der Meinung

Falter & Meinung | aus FALTER 17/09 vom 22.04.2009

Claus Pándi heißt einer jener Autoren, die in der Kronen Zeitung für politische Berichterstattung sorgen, oder was man dort halt so nennt. Er hat jetzt eine Sonntagsseite, die man liest, wenn man wissen will, was Bundeskanzler Werner Faymann fühlt. Pándi ist ein sehr einfühlsamer Journalist. Man weiß, was es bedeutet, wenn er den Vorstoß des steirischen Landeshauptmanns als "Kernöl-Sozialismus" abtut oder Falter-Autor Markus Marterbauer, einen der renommiertesten Wirtschaftsforscher des Landes, als "einen gewissen Herrn Marterbauer" bezeichnet, der "in linken Blättern für mehr und höhere Steuern eintritt". Die "linken Blätter", das ist der Falter; den Namen bringt Pándi, dieser Ölprinz der Publizistik, kaum über die Lippen.

Nicht zweimal auf der gleichen Seite, jedenfalls. Im zweiten Text auf Pándis Seite geht es um Florian Klenk. Den nennt Pándi einen "sich vorzugsweise als Aufdecker gerierenden Reporter des linken Szeneblättchens, Falter'". Klenk hatte für die Süddeutsche Zeitung einen Text über Kärnten geschrieben, und die SZ wies ihre Leser darauf hin, sich vor dem Urlaub zu überlegen, ob sie in ein Land fahren wollen, in dem "jeder zweite Bewohner die fremdenfeindliche Partei BZÖ gewählt" hat. Fremdenverkehr bei Fremdenfeinden, das hat was. Klenk habe das nur geschrieben, mutmaßt Pándi, um "ein paar Silberlinge einzustreifen". Der Judas-Vorwurf sitzt. Vor allem, wenn er aus einer Zeitung kommt, die Führers Geburtstag mit Gedichten gefeiert hat.

Quelle:

Politik am Sonntag von Claus Pándi. Kronen Zeitung

vom 12.4.2009, Seite 5


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