Am Apparat

Telefonkolumne

Politik | aus FALTER 17/09 vom 22.04.2009

Wie steigern Sie die Beteiligung bei der EU-Wahl, Herr Hiller?

Wolfgang Hiller leitet das Büro des EU-Parlaments in Wien. Mit sechs Mitarbeitern und einem Jahresbudget von 250.000 Euro schafft er Bewusstsein für die Arbeit der Europaparlamentarier. Derzeit konzentriert sich sein Team besonders auf die Steigerung der Wahlbeteiligung, die sehr gering ausfallen könnte.

Bei der letzten EU-Wahl gab es in Österreich eine Wahlbeteiligung von 42,43 Prozent. Laut einer Umfrage wollen diesmal nur 21 Prozent wählen.

Die Umfrage gibt nur ein unvollständiges Bild wieder. Die gesamte Datenlage stimmt mich optimistischer. Auch wenn ich mit den Menschen rede, spüre ich ein großes Interesse für die Europawahl.

Wie viel Prozent erwarten Sie?

Prozentspielchen sind nicht sinnvoll. Aber ich bin überzeugt davon, dass die Beteiligung in Österreich höher sein wird als beim letzten Mal.

Warum beginnt der Wahlkampf so spät?

Das ist nicht nur in Österreich so. Einerseits tagt das Parlament bis zum 8. Mai. Andererseits sind die Menschen von zu langen Wahlkämpfen nicht begeistert.

Ihre Aufgabe ist es, die Wahlbeteiligung zu steigern. Wie machen Sie das?

Wir versuchen anhand konkreter Beispiele die Bedeutung des Parlaments und seiner Arbeit darzustellen. Dabei konzentrieren wir uns auf die vier Bereiche Verbraucherschutz, Freiheit und Sicherheit, Mobilitätssicherung und die Frage, wie EU-Gelder ausgegeben werden sollen.

Gehen Sie in Schulen und Altersheime oder arbeiten Sie vor allem über die Presse?

Sowohl als auch. Wir setzen in Österreich eine europaweite Informationskampagne um, mit Plakaten, 3D-Installationen und einer Europabox. Wir werden den TV- und Radioanstalten aber auch Fernseh- und Radiospots zur Verfügung stellen.

Zahlen Sie für die Werbeschaltungen?

Wir vertrauen in ganz Europa darauf, dass die Rundfunkanstalten als Partner ihren Beitrag leisten.

Interview: Stefan Apfl


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige