Einmal Heuschrecke und retour

Politik | aus FALTER 17/09 vom 22.04.2009

Wie Sparkassen ans schnelle Geld wollten und sich daran vergifteten. Eine kleine Geschichte des Bankwesens

Bericht: Matthias G. Bernold

Vier Jahrzehnte lang war Peter Kroneis (Name von der Redaktion geändert. Anm.) Bankangestellter, bis er vor fünf Jahren als Filialleiter in Pension ging. Die Bank, bei der er im Jahr 1967 begann, hieß Zentralsparkasse (Z) und vor jeder Filiale rotierte eine beige-orange-farbene Kugel. Am Weltspartag kamen die Leute in Scharen, um die Münzen aus ihren Sparschweinen gegen Spargeschenke zu tauschen. Aus den Schaufenstern lächelte der Sparefroh. "Damals", sagt Kroneis, "waren wir die Sparkasse des kleinen Mannes."

Die Welt, wie Kroneis sie zu Beginn seiner Karriere kennenlernte, ist nicht mehr. Der Schilling wertlos, und keiner drängt sich mehr am Weltspartag in die Banken. Die Zentralsparkasse - gegründet im Oktober 1905 von der Gemeinde Wien - ist heute eine Tochter der italienischen Uni Credit. Die von Hans Hollein entworfenen Kugeln vor den Filialen


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