Der mit den kleinen Nadelstichen

Politik | aus FALTER 17/09 vom 22.04.2009

Jürgen Rainer ist der Inbegriff des Lehrergewerkschafters. Wie denkt so ein Funktionär?

Porträt: Ingrid Brodnig

Fast wären die Verhandlungen an Jürgen Rainer gescheitert. Montagabend stellte er sich vor den prunkvollen Audienzsaal im Unterrichtsministerium und sagte: "Wir sind noch weit von einer Einigung entfernt." Hinter der Flügeltür saßen zu diesem Zeitpunkt noch Ministerin Claudia Schmied (SPÖ) und die Lehrervertreter. Schon Stunden zuvor war eine Einigung zwischen Schmied und der Gewerkschaft erwartet worden (siehe auch Kommentar Seite 6).

Kurz vor Schluss muckte Rainer noch einmal auf. Er ist der Chefgewerkschafter der Lehrer der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) - jener 22.000 Menschen, die etwa an Handelsakademien, HTLs oder Kindergartenschulen unterrichten.

Der unauffällige Mann mit den weißen Haaren und den kräftigen Augenbrauen hat noch nie in seinem Leben so viel Aufmerksamkeit bekommen wie in den letzten Wochen. Der Boulevard diskutiert über Lehrerarbeitszeit,

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