Die Stadt der lebenden Toten

aus FALTER 17/09 vom 22.04.2009

Das Kino prägt die Wahrnehmung einer Stadt. Was unternimmt Wien, um sein kitschiges Image zu verändern?

Lokalaugenschein: Michael Omasta

Stephansdom, Riesenrad, Stadtpark, Naschmarkt, Fillgraderstiege, Schloss Schönbrunn, Cafés und Heurige, der Kahlenberg: Wien ist im Film ein mindestens so beschränkter wie spektakulärer Schauplatz und "filmisch" ein Attribut, bei dem man - abgesehen von New York und London - wohl eher an Paris oder Venedig oder sogar Berlin denkt.

Das Bild, das Filme vermitteln, gleicht dem einer Stadt als Freiluftmuseum und ist im Wesentlichen noch immer geprägt vom Wien der Jahrhundertwende (der vom 19. zum 20. Jahrhundert natürlich). Offiziell beglaubigt wird dieser Befund durch die Statistik der gefragtesten Locations: Ein knappes Drittel aller Drehgenehmigungen, die 2008 von der Stadt erteilt wurden, betreffen die Innere Stadt; die Bezirke 2 bis 9 folgen mit einigem Respektabstand, die außerhalb des Gürtels gelegenen spielen fast keine Rolle. Selten genug,


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