Ickarus stürzt ab: Katerstimmung in der Klapse

aus FALTER 17/09 vom 22.04.2009

In Hannes Stöhrs Techno-Spielfilm "Berlin Calling" bekommt ein DJ die Rechnung für seinen Höhenflug präsentiert

Rezension: Florian Obkircher

DJ Ickarus sitzt am Flughafen Berlin Tegel, die Sonnenbrille tief ins Gesicht gezogen, die Arme verschränkt. Hannes Stöhrs Techno-Spielfilm "Berlin Calling" zeigt gleich zu Beginn die unglamouröse Seite des DJ-Jetsets: warten, den Kater zwischen zwei Gigs bewältigen.

Als der Protagonist später auf der Bühne eines Freiluftraves steht, wirkt er abgekämpft, seine Performance sehr routiniert. Ganz im Gegensatz zum euphorisierten After-Hour-Publikum im Sonnenschein, das die Arme im Takt fordernd in die Luft streckt. Party, und kein Ende in Sicht.

Regisseur Hannes Stöhr stellt in seiner neuen Tragikomödie wieder einen traurigen Helden ins Rampenlicht. Statt eines ostdeutschen Knackis, der die Wendezeit im Gefängnis verbracht hat ("Berlin is in Germany", 2001), ist es diesmal ein DJ, der unter die Räder des Partylebens gerät.

Der Berliner Technomusiker


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