Mode als Brennstoff der Celebrityindustrie

aus FALTER 17/09 vom 22.04.2009

Nach 20 Jahren hält der belgische Designer Martin Margiela in München Rückschau auf ein grandioses Werk

Modeschau: Matthias Dusini, München

Der belgische Modedesigner Martin Margiela hat eine Brille erfunden, die in den Augen von Paparazzi wie Pfefferspray wirken dürfte. Sie ist ein schwarzes, gebogenes Plastikband, das auf Fotos aussieht wie ein nachträglich über die Augen gemalter Balken, der die Anonymität der abgebildeten Person wahren soll.

Mode als Brennstoff der Celebrityindustrie und das Abtasten der Grenze zwischen tragbarem Design und rein zeichenhafter Kunst sind Leitmotive von Margielas Arbeit. Wie kein anderer Modedesigner hat er die Institution Mode nach außen gestülpt, ihre Fetischisierung ikonoklastisch unterlaufen und Kleiderformen den Kräften der Erosion ausgesetzt. Nach 20 Jahren Arbeit hält er nun im Münchner Haus der Kunst Rückschau.

Wie Ironie mag wirken, dass er letztes Jahr seine erste Sonnenbrille "Icognito" auf den Markt brachte, als die Firma Maison

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