Boulevardtheater für FM4-Hörer: "Kottan ermittelt" im Rabenhof ohne Verwechslungsgefahr mit dem Original

aus FALTER 17/09 vom 22.04.2009

Theaterkritik: Wolfgang Kralicek

Der Rabenhof ist das Theater für Leute, die nie ins Theater gehen würden. Deshalb wird dort meist kein Theater gespielt, sondern Kabarett der cooleren Sorte (Maschek, Stermann & Grissemann, Austrofred). Man könnte sagen: Kabarett für Leute, die nie ins Kabarett gehen würden.

Derzeit steht im Rabenhof ausnahmsweise ein Theaterstück auf dem Spielplan, aber keine Angst: Man kennt es aus dem Fernsehen. Gespielt wird die erste Folge der legendären ORF-Serie "Kottan ermittelt". Das ist eine gute Idee und ein mutiges Unterfangen. Denn der erste "Kottan" (1976) war eine Sternstunde des Fernsehens. Jeder Versuch, dieses Meisterwerk zu kopieren, wäre zum Scheitern verurteilt.

Klugerweise versucht Regisseur und Rabenhof-Prinzipal Thomas Gratzer das erst gar nicht. Seine mit Jan und Tibor Zenker, den Zwillingssöhnen des 2003 verstorbenen Drehbuchautors Helmut Zenker, erstellte Fassung entfernt sich so weit von der Vorlage, dass man gar nicht auf die Idee kommt,


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