Religion als Option

Stadtleben | aus FALTER 17/09 vom 22.04.2009

Der katholische Kindergarten Maria Salesia will Kindern den Glauben nicht als Mission aufzwingen

Reportage: Christine Baumgartner

Hannah ist nicht getauft. Auch ihr Vater und ihre Schwestern sind ohne Bekenntnis. Trotzdem läuft das Mädchen gern in Kirchen und sucht den Jesus am Kreuz. Ralf Stidl, der Vater, grinst, als er das erzählt. Alle seine Töchter spielten, bastelten und beteten im Pfarrkindergarten Maria Salesia im 15. Bezirk. Er hat davor mit der Leiterin abgesprochen, dass die religiöse Erziehung nicht zu viel Einfluss nehmen soll. Wenn Hannah Kruzifixe sucht, ärgert er sich nämlich ein bisschen. Mittlerweile glaubt Stidl aber, dass seine Tochter einfach ein sehr begeisterungsfähiger Mensch ist. Sie ist hier nicht allein: Insgesamt 50 Prozent aller Kinder, die in Hannahs Kindergarten Bibelgeschichten erzählt bekommen und vor dem Essen beten, sind ohne Bekenntnis.

Die pädagogische Leiterin Judith Gonaus trägt ein Kreuz an einer Goldkette um den Hals. Sie sitzt in ihrem Büro,


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