Kritiken

Neues im Kasino (2): Elektra, jugendfrei

Lexikon | Martin Lhotzky | aus FALTER 17/09 vom 22.04.2009

Barbara Nowotny, seit 2002 Regieassistentin am Burgtheater, inszenierte im Kasino ein eher für das Theater der Jugend hervorragend geeignetes Stück: "Meine Elektra" vom Niederländer Koos Terpstra. Die Tragödie aus dem Hause der Atriden - Sohn kehrt nach langem Exil heim, ermordet gemeinsam mit Schwester die Mutter, weil die den Vater umgebracht hat - ist oft erzählt worden. In "Meine Elektra" versucht es der sogenannte griechische Chor - Karim Chérif ganz alleine - erneut. Sein Text ist komplett personalisiert, bis hin zur Aufzählung sämtlicher Kriege, die während seines Lebens stattgefunden haben. In knapp 80 Minuten bleibt dann nicht mehr viel Zeit für die Darstellung der Selbstzweifel von Orest (Patrick O. Beck) und Elektra (Pauline Knof). Am normalsten in dieser irren Familie scheint noch Myriam Schröder als Mutter Klytämnestra. Alles hier ist sehr holländisch - und wirklich sehr jugendgerecht.

Burgtheater-Kasino, Di, Mi, Do 20.00


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